Lauras Mutter, zu der sie ein sehr inniges Verhältnis gehabt hatte, ist gerade gestorben, ihre große Liebe zerbrochen und nun hat sie nur noch ihren italienischen Vater, den sie schon jahrelang nicht mehr in dem kleinen Dorf in Apulien, wo er wohnt, besucht hat. Kurzerhand fährt sie zu ihm, um wieder „Familie“ zu spüren und Halt zu finden. Sie versucht, sich einzupassen in das Leben dort und gleichzeitig, ihren Verlust zu verarbeiten, was nicht immer einfach ist. Nach und nach erfährt Laura auch, was damals, als ihre Eltern sich getrennt hatten, überhaupt passiert ist.

Mein italienischer Vater, Buchrezension

Das Buch spielt im italienischen Winter und diese Jahreszeit ist gut gewählt, denn die ganze Situation ist eher keine sommerlich leichte, sondern geprägt von Trauer um die Mutter, Zurechtkommen mit dem manchmal sturen Vater, der distanzierten Art von Gianna, die den Vater pflegt, aber ihn anscheinend auch liebt und sich nun von der heimkehrenden Tochter gestört fühlt, und mit der Ungewissheit, was damals eigentlich genau passiert ist. Dennoch kommen Sommergefühle auf, weil man zum einen Italien einfach damit verbindet und zum anderen viele Rückblicke gegeben werden, die wiederum im Sommer spielen.

Wie immer nimmt Anika Landsteiner den Leser tief mit rein in die Gedanken der Protagonisten, sodass man sehr gut mitfühlen kann.

Es ist kein Buch, in dem viel passiert, vielmehr geht es um innere und äußere Konflikte und Zwischenmenschliches, in einem Land, in dem Familie einen sehr großen Stellenwert besitzt.

Ein Buch, das trotz der leichten Melancholie Lust macht auf das echte Italien, fernab von überfüllten Touristenstränden, vollgestopften Städten, dafür mit Orecchiette und selbstgemachten Cannoli.

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