Ein sehr tiefsinniger Roman über Freundschaft und die Suche nach dem, der man sein möchte.

Hannah, Lissa und Cate leben in London, sind Mitte dreißig und stehen an unterschiedlichen Punkten in ihrem Leben. Während Hannah verzweifelt versucht, mit ihrem Mann Nathan ein Kind zu bekommen, ist Cate ungeplant schwanger geworden und lebt nun mit ihrem kleinen Sohn und ihrem Mann außerhalb von London. Allerdings fühlt sie sich, als wäre sie in einem falschen Leben. Lissa ist Schauspielerin, doch der große Erfolg ist bisher ausgeblieben, was ziemlich an ihr nagt.

Die drei Frauen kennen sich schon seit ihrer Schulzeit und sie verbindet eine tiefe Freundschaft. Doch trotzdem blitzen über die Jahre immer wieder Neid, Missgunst und Unverständnis auf. Alle drei hatten einmal Träume und alle drei sind in der Realität angekommen und kämpfen innerlich darum, die zu sein, die sie eigentlich einmal sein wollten.

Was wir sind - Klappentext

Die Autorin lässt abwechselnd jede der Frauen erzählen bzw. beschreibt sie aus der Beobachter-Perspektive. Zwischendrin gibt es immer wieder Rückblicke aus der Kinder- und Jugendzeit, was die Gedanken und Träume von Hannah, Lissa und Cate besser nachvollziehen lässt.

Ich hatte beim Lesen zunächst Schwierigkeiten, in die Charaktere einzutauchen, doch schon nach wenigen Kapiteln konnte ich es kaum noch aus der Hand legen. Es ist zwischendurch unheimlich präzise beschrieben, wie und warum die Frauen denken wie sie denken. Die Autorin beschreibt Gedankenblitze in bestimmten Situationen, die wir bestimmt alle haben, aber die man bisher nicht ausgesprochen, sondern nur gedacht hat. Weil man sie nicht hätte in Worte fassen können. Großartig!

Was wir sind - Anna Hope

Vielleicht interessieren dich auch noch diese Beiträge:

Was, wenn wir einfach die Welt retten? von Frank Schätzing – Buchrezension

Ich muss ehrlich gestehen, ich habe längere Zeit kein Sachbuch mehr zum Thema Klimakrise gelesen. Nachdem ich mich einige Jahre intensiv damit auseinandergesetzt habe, bin ich ins Klima-Angst-Loch gefallen. Ich hatte viel gelesen, mir viele Dokus angeschaut und würde...

Zuhause – Die Suche nach dem Ort, an dem wir leben wollen von Daniel Schreiber – (Persönliche) Buchrezension

„Vielleicht sind wir tatsächlich viel öfter, als wir es glauben, schon da, wo wir sein müssen.“ Einer der vielen Sätze, die mich inspiriert und gleichzeitig beruhigt haben. Ich habe mich in dem Essay sehr wiedergefunden, da ich aus Berlin, der Wahlheimat von Daniel,...

Offene See von Benjamin Meyers – Buchrezension

Ein wunderbar feinfühliger Roman über einen Heranwachsenden (Robert), der nach der Schule (der Roman spielt im Jahr 1946) zunächst das Leben spüren und das Meer sehen will, bevor er die nächsten Jahre unter Tage arbeiten muss. Auf seinem Weg zu Fuß durch England bis...

Schöne Welt, wo bist du von Sally Rooney – Buchrezension

Vorweg: Den Hype um dieses Buch kann ich nicht verstehen. Es ist mir nicht konkret genug und irgendwie so leer – trotz des Umfangs. Die Charaktere sind nicht greifbar, weshalb ich mich in keinster Weise in sie hineinversetzen konnte. Das jedoch ist mir bei solchen...

Die anderen von Laila Lalami – Buchrezension

Aufgrund des Klappentextes hatte ich tatsächlich ganz andere Erwartungen an das Buch. Mehr Spannung und das Lüften eines großen Geheimnisses, das Noras Vater mit sich herumgetragen hat und welches sie jetzt nach seinem tödlichen Unfall herausfindet.  Ja, da gibt...
Kopfreisen Lektorat, Korrektorat und Text