Ich bin tatsächlich lange um dieses Buch herumgeschlichen, da es u. a. das Klimathema aufgreift und ich solche Bücher nicht mehr lesen kann, ohne dass ich mich danach tagelang im Bett verkriechen möchte. Man fühlt sich einfach ohnmächtig. Hilflos.

Doch dann habe ich es in nur wenigen Tagen durchgelesen.

Verbunden mit dem Klimathema geht es vor allem um die große Frage, die sich wohl viele Frauen irgendwann stellen: Möchte ich Kinder bekommen? Ja oder nein.

Kann ich überhaupt noch Kinder in die Welt setzen, aufgrund der drohenden Klimakrise, in der wir doch schon längst angekommen sind?

Ich kenne Menschen, die sich genau diese Frage stellen oder gestellt haben. Und vielleicht würde ich sie mir heutzutage auch stellen. Keine Ahnung. Aber es geht nicht nur um die Klimakrise, auch ums Muttersein oder -werdenwollen im Allgemeinen, ums „Nicht-Klappen“ und daran verzweifeln, ums Überfordertsein, um Verlust, um Freiheit. Und auch um Hass und Hetze in den sozialen Medien.

Wir erfahren vier Perspektiven von vier unterschiedlichen Frauen, die jedoch alle irgendwie zusammen verflochten sind, auch wenn sie das nicht immer wissen.

Beim Lesen hat man das Gefühl, die Geschichten sind von Frauen, die nebenan wohnen, vielleicht eine Straße weiter, die heute so passiert ist und auch gestern passiert sein könnte oder auch vor zwei Monaten. Echt und so lebensnah und aktuell.

Zwischendurch habe ich gedacht, dass ich gespannt bin, wie das Buch ausgeht, denn eine Lösung kann es ja gar nicht geben. Und ironischerweise ist genau das am Ende das Thema: Es gibt keine Lösung, auch wenn dies auf andere Art und Weise eingewoben wird und als Metapher für alles steht.

Wirklich ein ganz, ganz großartiges Buch!

Eva Buchrezension

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